Sich wegzuschreiben – von schlüpfenden Autorenschülern

Sich wegzuschreiben – Die zweite Autorenausbildung im Schreibhain nähert sich ihrem Abschluss. Ein Wochenende im September verbringen wir noch gemeinsam – und dann wird auch schon gepitcht.

Vor fast anderthalb Jahren kamen unsere Schützlinge zu uns und griffen zaghaft zu ihren Stiften, setzen sie behutsam auf weiße Blätter. Und schrieben. Manchmal zögernd, suchend, manchmal wild und ungestüm. Manchmal ängstlich, oft euphorisch. Verwegen zuweilen. Immer mutig. So schreiben sie sich in unsere Herzen – und schreiben sich, kaum dass sie in deren Zentrum angelangt sind, auch schon wieder emsig hinaus. So muss es mit Kindern sein, wenn sie endlich so stark sind, wie man sie immer wünschte: Stark genug, einen zu verlassen.

Ich liebe Menschen, die so tief in ihrer künstlerischen Betätigung verschwinden, dass in ihren Blicken die Unschuld von Neugeborenen liegt, denen diese Welt noch ganz fremd ist.

sich wegzuschreiben - Der Schreibhain-Hof mit Patricia, Alexander & Bernd
Der Schreibhain-Hof mit Patricia, Alexander & Bernd

Und die Verwirrung, wenn du sie ansprichst. Als dächten sie: Aha, Berlin an einem Samstagnachmittag im Sommer, na gut – aber was ist das gegen den Mars? Gegen Alpenwanderungen im Winter? Gegen das brechenden Eis der Flüsse? Was ist das gegen die Waldbrände jenseits der Küste, gegen den Mauerfall und die erste Liebe, was ist das gegen den Kampf für Diversität und Freiheit? Was ist das im Vergleich zu unsichtbaren Affen und der Verführungskraft von Schaufensterpuppen? Was soll ich sagen…ich verstehe sie!

So sieht das Schreiben aus, wenn keiner schreibt. Mittagspause im Schreibhain.
So sieht das Schreiben aus, wenn keiner schreibt. Mittagspause im Schreibhain.