Jedem Anfang wohnt ein Zaudern inne

Seit gut einem Duzend von Jahren fällt mir in regelmäßigen Abständen mit leichten Bauchschmerzen ein, dass ich dringend mal einen Blog schreiben sollte. Nicht nur eine WordPress-Seite einrichten und das Passwort vergessen, sondern: Schreiben. Weil Schreiben nun mal das ist, was Schriftstellerinnen so machen. (Wobei die Gattung von Schriftsteller_innen, zu der ich gehöre, eher über das Schreiben spricht oder grübelt als es zu tun, aber das wäre ein anderes Kapitel, beziehungsweise ein anderer Beitrag! So, wie ich zuweilen auch über das Leben mehr spreche oder grüble, statt es – aber auch das wäre schon wieder ein anderer Beitrag).

blog schreiben im Café im Sonnenschein
Schreiben im Café

Warum nur habe ich trotzdem niemals nicht auch nur den winzigsten Blog geschrieben in den letzten dutzend Jahren? Mir fallen so um die 123 mögliche Gründe hierfür ein. Zum Beispiel: 1:Weil ich zu träge bin…trallala…oder 2: weil ich zu oft damit beschäftigt war, Bücher zu schreiben. Und ich doch außerdem – 1. Oder, weil ich zu viel Zeit mit dem Lehren des Schreibens verbringe – nämlich hier: Schreibhain – zusätzlich zu 2. und 1. Außerdem – 4: habe ich vielleicht Angst, ein Blog könnte endlich ans Tageslicht bringen, a) wie schlecht ich wirklich schreibe b) wie wenig ich zu sagen habe c) wie unsympathisch ich bin, d) wie irre ich bin e) und so weiter. Vielleicht hatte ich auch 5. Angst, jemand könnte mein Geschreibsel tatsächlich lesen. Oder 6: niemand könnte es lesen. Oder mir war 7. instinktiv klar, dass es mir schwer fallen würde, mich angemessen kurz zu halten. Oder ich wollte 8. nicht riskieren, dass bei der Olympiade jemand anderes die Goldmedaille in Prokrastination holt.

Egal. Jetzt wird das alles anders. Ab jetzt schreibe ich. Über das Schreiben natürlich. Und lese. Was ihr so schreibt.

Was lässt euch denn zaudern? Beim Schreiben und generell?

Autorenausbildung im Schreibhain

Ab September starten wir mit einer Workshopreihe, die bekannte AutorInnen – u.a. Anselm Neft, Luci van Org und Selim Özdogan – zu unterschiedlichen Themen und Genres geben.

Wie immer liegt der Fokus auf der praktischen Arbeit an Euren Texten. In Werkstattgesprächen habt Ihr die Chance Euch mit den WorkshopleiterInnen über Ihre und Eure Textarbeit auszutauschen und Feedback von ihnen zu bekommen. Den Auftakt macht Anselm Neft am 17. September zum Thema: Plot & Exposé – Schreiben im Genremix. Hier geht es zur ausführlichen Workshopbeschreibung und zur Anmeldung: Workshop

Autorenausbildung / Start: 16. April 2016 / Bewerbungen nehmen wir ab sofort entgegen.

Erstes Semester: Handwerk des Schreibens , zweites Semester: Genres & Branchenwissen, drittes Semester: Romanentwicklung / Pitching vor Verlagen und Agenten

Kostenfreier Infoabend am 20. Februar 2016 / Bitte vorab anmelden

Teilnahmegebühr: 240 EUR (ermäßigt 180 EUR)

Die Autorenausbildung erstreckt sich über 18 Monate (1,5 Jahre) und beginnt am 16. April 2016

Pro Monat finden zwei Präsenztage in Berlin statt. Unterrichtszeiten sind jeweils samstags von 10 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr.

Bei Interesse bieten wir am Samstagabend auch gemeinsame Exkursionen ins Berliner Kulturleben (insbesondere Literatur, Theater, Film) an.

Im ersten Halbjahr lernen wir die Grundprinzipien von Textarbeit kennen. Auf dem Programm stehen u.a.: Stofffindung, Ideen, Dramaturgie, Figurenaufbau, Räume, Erzählperspektiven, Erzählzeit und erzählte Zeit, Stimmungsaufbau, erste Genrekenntnisse. Dies soll v.a. durch Arbeit an eigenen Texten geübt werden.

Im zweiten Halbjahr wird das eigene Repertoire durch Poetikstudium und Spezialisierung (Genre) erweitert.

Wichtig ist uns auch die Thematisierung des biografischen Materials (das vielen ersten Romanen zugrunde liegt) und dessen Verarbeitung und Modifikation im Prozess schriftstellerischer Arbeit.

Auf dem Stundenplan stehen außerdem: Branchenkenntnisse, Verlagslandschaft, netzwerken. Die Ausbildung wird durch Honorardozenten und  Branchengäste bereichert.

Im dritten Halbjahr steht schließlich ein eigenes Erzählprojekt auf dem Programm. Jeder Student wird die Ausbildung mit einem längeren eigenen Prosatext beenden.

Katgeorie:Schreibwerkstätten | Kommentare deaktiviert für Autorenausbildung im Schreibhain

Sexworker

Buchcover Sexworker
Sexworker

Sexworker – Erfolgreiche und selbstbewusste Frauen erzählen von ihrer Arbeit mit Sexualität – eine neue Perspektive auf die Sexarbeit

Hat derjenige die Macht, der bezahlt, oder derjenige, der die Handschellen verschließt? Wo liegt der Unterschied zwischen sinnlichen Massagen und Penetration? Warum kümmern wir uns so wenig um die sexuellen Bedürfnisse der Alten? Warum kaufen nach wie vor kaum Frauen sexuelle Dienstleistungen? Wie muss ein Sexshop aussehen, in dem sich Frauen wohlfühlen? Wie funktioniert das Familienleben von Sexarbeiterinnen? Wann fühlen Prostituierte sich benutzt und wann geadelt? Was fasziniert uns an Sexarbeit?
Diese und andere Fragen haben Cornelia Jönsson, Silke Maschinger und Tanja Steinlechner für ihr Buch SEXWORKER 33 ganz unterschiedlichen Frauen gestellt, die sich beruflich mit Sexualität auseinandersetzen. Ein aufschlussreicher und überraschender Einblick in die Arbeit mit der Lust.

Aufschlussreicher und überraschender Einblick in den Bereich Sexarbeit
Anregendes und inspirierendes Buch ohne Voyeurismus
Aktuelles Sachbuch zur »Prostitutionsdebatte«

– bestellen –

Katgeorie:Veröffentlichungen | Kommentare deaktiviert für Sexworker