Jedem Anfang wohnt ein Zaudern inne

Seit gut einem Duzend von Jahren fällt mir in regelmäßigen Abständen mit leichten Bauchschmerzen ein, dass ich dringend mal einen Blog schreiben sollte. Nicht nur eine WordPress-Seite einrichten und das Passwort vergessen, sondern: Schreiben. Weil Schreiben nun mal das ist, was Schriftstellerinnen so machen. (Wobei die Gattung von Schriftsteller_innen, zu der ich gehöre, eher über das Schreiben spricht oder grübelt als es zu tun, aber das wäre ein anderes Kapitel, beziehungsweise ein anderer Beitrag! So, wie ich zuweilen auch über das Leben mehr spreche oder grüble, statt es – aber auch das wäre schon wieder ein anderer Beitrag).

blog schreiben im Café im Sonnenschein
Schreiben im Café

Warum nur habe ich trotzdem niemals nicht auch nur den winzigsten Blog geschrieben in den letzten dutzend Jahren? Mir fallen so um die 123 mögliche Gründe hierfür ein. Zum Beispiel: 1:Weil ich zu träge bin…trallala…oder 2: weil ich zu oft damit beschäftigt war, Bücher zu schreiben. Und ich doch außerdem – 1. Oder, weil ich zu viel Zeit mit dem Lehren des Schreibens verbringe – nämlich hier: Schreibhain – zusätzlich zu 2. und 1. Außerdem – 4: habe ich vielleicht Angst, ein Blog könnte endlich ans Tageslicht bringen, a) wie schlecht ich wirklich schreibe b) wie wenig ich zu sagen habe c) wie unsympathisch ich bin, d) wie irre ich bin e) und so weiter. Vielleicht hatte ich auch 5. Angst, jemand könnte mein Geschreibsel tatsächlich lesen. Oder 6: niemand könnte es lesen. Oder mir war 7. instinktiv klar, dass es mir schwer fallen würde, mich angemessen kurz zu halten. Oder ich wollte 8. nicht riskieren, dass bei der Olympiade jemand anderes die Goldmedaille in Prokrastination holt.

Egal. Jetzt wird das alles anders. Ab jetzt schreibe ich. Über das Schreiben natürlich. Und lese. Was ihr so schreibt.

Was lässt euch denn zaudern? Beim Schreiben und generell?


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VeröffentlichtAugust 12, 2016 von conny in Kategorie "Blog

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